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Schafkopf,
das anspruchsvolle Kartenspiel - 1. Mai 2009

 von Adam Merschbacher (Autor)

"Schafkopfen" ist sehr viel mehr als eine Wirtshausbeschäftigung. Dieses "urbayerische" Kartenspiel bringt Alt und Jung zusammen, macht Spaß,  beschäftigt aber auch kluge Köpfe mit seinen Möglichkeiten und  Unwägbarkeiten im Rahmen von Dissertationen.

Der Name „Schafkopf“

Der „Bayerische Schafkopf“ hat seine Vorfahren oder Parallelen unmittelbar im Wendischen Schafkopf, der aus dem Erzgebirge oder Thüringen stammt.

Dagegen stammt Schafkopfen sehr unwahrscheinlich vom Karnöffelspiel ab, wie des öfteren behauptet wird. Das Karnöffelspiel wird erstmals in den Spielordnungen von Nördlingen aus dem Jahre 1426 und der Balgauer aus dem Jahre 1448 erwähnt. Leider sind auch keine zusammenhängenden Beschreibungen des Spiels überliefert, das nach W.L. Schreiber in „Die ältesten Spielkarten“ besonders im 16. Jahrhundert sehr beliebt war. Es wurde bisher auch noch kein einziges Kartenspiel gefunden, das als Karnöffelspielkarten zu bezeichnen wäre. Allem Anschein nach wird Karnöffeln mit 48 Karten gespielt, die in folgender Weise rangierten: Unter (Karnöffel), Sieben (Teufel), Ober (Reisige oder Freie), Sechs (Papst) Zwei (Kaiser), während Banner, Drei, Vier, Fünf, Acht, Neun und Zehn (fauler Fritz) die niedere Kartengruppe (non-valeurs) bildeten, unter denen man sich lt. Schreiber Grafen, Ritter, Knechte, Geistliche und Mönche, später ausschließlich Landsknechte, vorstellte.

Der „Deutsche Schafkopf“, ein Vorgänger noch des Wendischen Schafkopfs ist vermutlich im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts entstanden und war vor 1810 vielerorts unter den Namen „Conversations-Spiel, Societäts-Spiel oder Denunciations-Spiel“ in Norddeutschland und in der Rhein-Main-Gegend verbreitet.

Das Wort „Schafkopf“ wird bei  Paul Hammer „Schaafkopf“ mit Doppel-A geschrieben. P.F. Lembert schreibt es 1846 „Schafskopf“ und ab 1878 hatte es sich fast ausschließlich in der heutigen Form, als „Schafkopf“ durchgesetzt.

Vertreter der Theorie, dass Schafkopf früher mit zwei „ff“, also „Schaffkopf“ geschrieben wurde, konnten bisher keinerlei urkundliche Erwähnungen vorlegen. Franz Ringseis vertrittt in seinem „Ringseis` Bayerisches Wörterbuch“ zwar die Meinung, dass dies die einzig richtige Schreibweise sei, „weil Kartenköpfe ausgeschafft werden“ liefert aber keinen Quellbeweis dafür. Selbst der Bayerische Sprachforscher Johann Andreas Schmeller (1785-1852) schreibt in seinem vierbändigen „Bayerischen Wörterbuch“ das Wort „Schafkopf“ mit einem „f“.

Über die Entstehung des Schafkopfspiels gibt es nur die seit 1813 von Paul Hammer aufgestellte Erklärung: „Schaafkopf wird es allen Vermuthen nach darum genannt, weil man an verschiedenen Orten anstatt der Striche oder Zahlen die gewonnenen Spiele durch Zusammensetzung einer Figur, welcher man Augen, Ohren, Nase, Zunge und Hörner gab, bezeichnete.

Zu einem vollständigen Kopf gehören nämlich 9 Striche oder soviel gewonnene Spiele; bis man 9 Striche machen kann. Will man nun statt der Striche eine Figur bilden, so macht die Peripherie der Figur den ersten, die beiden Ohren den zweiten und dritten; die beiden Augen, den vierten und fünften; die beiden Hörner, den sechsten und siebenten; die Nase, den achten, und die Zunge den neunten Strich aus.“

Der Leiter der Bayerischen Staatsbibliothek Professor Rosenfeld hält diese Theorie für falsch, da es keinen Sinn machen würde einen Schafskopf zu kritzeln, den ohnehin kein Mensch als solchen erkennt. Hier scheint Professor Rosenfeld jedoch zu irren. Es wurde mir von mehreren Seiten bestätigt, u.a. von Gerd Matthes von den „Altenburger Spielkarten“, einem passionierten Spielkartensammler, dass sich auf alten Kneipentischen (um 1900 – 1925) diese Kreidezeichnungen in Form eines Schafkopfes fanden.

 

Ebenso lehnt Professor Hellmut Rosenfeld die Theorie ab, dass das Wort Schafkopf von „schaffen“ kommt. Diesen Ausdruck kennt man wohl beim „Watten“, wo ausgeschafft wird, aber es ergibt beim Schafkopfen absolut keinen Sinn. Diese Ansicht teile ich mit ihm völlig.

Unterstellt man, dass es vor 1813 keinerlei urkundliche Nachweise für die Existenz des Schafkopfens gibt, zumal es damals „Schaafkopf“ geschrieben wurde, dann ist die Vermutung schon sehr abwegig, dass Schafkopfen von den Schäfflern und dem Kartenspiel auf Fässern, den Schaffen, abzuleiten ist, wie Wolfgang Peschel in seinem Buch „Bayerisch Schaffkopfen“ schreibt.

Äußerst schwierig ist es auch so allgemein vom „Bayerischen Schafkopf“ zu sprechen, da in den heutigen Regierungsbezirken von Schwaben, Franken oder der Oberpfalz ganz unterschiedliche Varianten gespielt wurden und auch noch heute gespielt werden. Oder wäre eine Einteilung nach Bistümern, Grafschaften oder Provinzen aufschlussreicher? Gehörten Tirol, Salzburg oder Böhmen um 1850 zum Verbreitungsgebiet des „Bayerischen Schafkopf“? Die Bezeichnung „Süddeutscher Schafkopf“ wird erstmals 1895 in dem Regelbüchlein des Obsis-Verlages erwähnt.

Diese Regeln haben die größte Ähnlichkeit mit dem heutigen Schafkopf. Die Bezeichnung „Bayerischer Schafkopf“ ist entbehrlich, da dieser vorwiegend auf der ganzen Welt gespielt wird. Es ist völlig ausreichend, wenn wir vom „Schafkopf“ sprechen.

L. von Alvensleben schrieb 1855 in seiner Encyclopädie der Spiele“: „Den Namen Schaafkopf erhielt es nach einer Hypothese, die wir indeß nicht vertreten wollen, davon, dass man häufig den Gebrauch hat, die Striche, welche zu Beendigung einer Partie erforderlich sind, nicht wie bei anderen Spielen üblich ist, grade nebeneinander anzuschreiben,                - sondern in allerhand phantastischen Figuren, wie denn das Spiel überhaupt mehr der Unterhaltung als des Gewinnes wegen, und meistens nur zu gemeinschaftlicher Bezahlung des consumierten Bieres, gespielt wird. Da mag denn ein Witzkopf wohl den Strichen, welche den Verlust der Gegner bezeichneten, die Gestalt eines Kopfes mit zwei Hörnern gegeben, und dieser Witz so viel Beifall gefunden haben, dass er allgemeinere Verbreitung fand; wenigstens ist es allgemein üblich, die gewonnenen Partien Kopf zu nennen, und sie nicht durch einen Strich, sondern durch eine kopfähnliche Figur zu bezeichnen.

Die Zahl der Striche, die zu einem Kopfe gehören, hängt von der Verabredung ab; gewöhnlich machen 8 Striche einen Kopf, in einigen Gegenden jedoch auch 9.“

Man spielte also um Köpfe, meist drei. Das einfache Ansagespiel (Rufspiel) brachte, wenn gewonnen, einen Strich. Schneider zwei Striche und Schwarz 3 Striche. Wurde das angesagte Spiel verloren, so durften die Gegner 2 Striche und bei Schwarz, 4 Striche für sich machen. Hatten beide Parteien 60 Augen, so wurde nicht geschrieben und die Entscheidung auf das nächste Spiel vertagt.

In der „Encyclopädie der Spiele“ steht dazu: „Kömmt nun dieselbe Partei, welche das vorige Spiel angesagt hatte, wieder an`s Melden, und gewinnt das Spiel einfach, so schreibt sie 2, und doppelt 3 Striche; verliert sie es aber, so schreiben die Gegner einfach 4 und doppelt 6 Striche. Sagt aber im zweiten Spiele die andere Partei den Trumpf an, und verliert es: so schreibt die erste 3 Striche, wenn’s einfach, und 5 Striche, wenn`s doppelt verloren geht. Macht eine Partei in einem Spiele alle Stiche, dann gewinnt sie einen ganzen Kopf extra und die Striche von beiden Seiten bleiben stehen.“

Zum besseren Verständnis sei noch erwähnt, dass die Partien vorher ausgelost wurden und entsprechend der Vereinbarung, viele Spiele lang zusammenspielten.

Gewonnen hatte die Partei, die von 3 möglichen Köpfen zwei gewinnt.

Völlig aus der Luft gegriffen scheint die Theorie zu sein, daß das Spiel deshalb „Schafkopf“ heißt, nachdem der 1. Preis eines Turniers ein abgeschnittener Schafkopf gewesen sein soll. Wer würde sich da um einen ersten Preis bemühen, wo doch ein Schafkopf weder was zum Essen ist, noch dekorativ in das Wohnzimmer passt.

Es spricht sehr viel dafür, dass das Spiel zu Ende des 18. Jahrhunderts unter einem französischen Namen verbreitet war und auch vermutlich dort seine Ursprünge hatte. Der Name Schafkopf ist entstanden, als tatsächlich ein humoriger Kartenspieler die Gewinne in Form eines Schafkopfes in Kreide zeichnete. Es erscheint auch nachvollziehbar, dass damit der Unterlegene verspottet werden sollte, da die Bezeichnung „Schafkopf“ eher für Einfältigkeit und Begriffsstutzigkeit steht.

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